Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) veröffentlicht 2025 bereits zum zehnten Mal den Ernährungsreport. Seit 2015 werden Bürgerinnen und Bürger befragt, was ihnen beim Essen wichtig ist und worauf sie beim Einkaufen und Kochen achten. Der aktuelle Report zeigt: Bio, Regionalität und Tierwohl gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Geschmack und Gesundheit bleiben zentral
Nahezu allen Befragten ist der Geschmack beim Essen sehr wichtig oder wichtig (98 Prozent). An zweiter Stelle folgt die Gesundheit: 90 Prozent achten darauf, dass ihre Mahlzeiten gesund sind.
Auch die Freude am Kochen bleibt stabil – 43 Prozent kochen fast täglich. Obst und Gemüse stehen bei 71 Prozent mindestens einmal täglich auf dem Speiseplan, während der Fleischkonsum seit 2015 deutlich zurückgegangen ist (von 34 Prozent auf 24 Prozent).
Bio und Regionalität im Mittelpunkt
Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher legen Wert auf Lebensmittel, die regional und ökologisch produziert sind.
- 77 Prozent bevorzugen Lebensmittel aus ihrer Region – besonders bei Eiern, frischem Gemüse und Obst sowie Brot und Backwaren. 79 Prozent achten beim Einkauf auf saisonale Produkte.
- Der Anteil derjenigen, die auf das Bio-Siegel achten, ist von 47 Prozent (2015) auf 59 Prozent (2025) gestiegen.
- Auch das Tierwohllabel gewinnt an Bedeutung: von 36 Prozent (2015) auf 65 Prozent (2025).
Diese Entwicklung zeigt deutlich: Bio und Regionalität sind längst keine Nischen mehr, sondern prägen zunehmend die Einkaufsentscheidungen und spiegeln den Wunsch nach nachhaltiger Landwirtschaft wider.
Erwartungen an die Landwirtschaft
Die Befragten verbinden mit landwirtschaftlichen Betrieben klare Werte:
- Artgerechte Tierhaltung (59 Prozent)
- Faire Entlohnung der Mitarbeitenden (56 Prozent)
- Hohe Produktqualität (52 Prozent)
- Umweltschonende Produktionsmethoden (42 Prozent)
- Transparenz und Offenheit (41 Prozent)
- Regionale Vermarktung der Produkte (38 Prozent)
Damit wird deutlich: Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich Landwirtschaft, die ökologisch, fair und regional verankert ist.
Unterschiede zwischen Stadt und Land
Neu im Ernährungsreport 2025 ist die Auswertung nach Größe des Wohnorts. Dabei zeigen sich Unterschiede:
- In kleineren Orten (unter 5.000 Einwohner) wird häufiger täglich gekocht und stärker auf regionale Produkte geachtet.
- In Großstädten hingegen nutzen mehr Menschen Lieferdienste für Lebensmittel und Getränke.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten und Ernährungsweisen in Stadt und Land sind – und wie wichtig es ist, regionale Strukturen zu fördern.
Der Ernährungsreport 2025 zeigt klar: Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich Lebensmittel, die regional, saisonal und ökologisch produziert sind. Für die Öko-Modellregionen NRW ist dies eine Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg richtig ist – hin zu mehr Bio und mehr Regionalität.




