Lohnt sich die Umstellung auf Ökolandbau?

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Nach mehreren Jahren Pause fand am 25. Februar endlich wieder ein Umstellertag auf Haus Düsse bei Soest statt. Zu der unter neuem Namen als „Infotag Ökolandbau“ angekündigten Veranstaltung kamen 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um ganz praxisnah zu erörtern, wie Bio funktioniert, welche Möglichkeiten eine Umstellung bietet und wo Unterstützung und Beratung zu erhalten sind. 

Den Infotag hatte das Ökoteam der Landwirtschaftskammer NRW gemeinsam mit der Landesvereinigung Ökologscher Landbau, LVÖ, und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, WLV, organisiert.

Die Landwirtinnen und Landwirte von zwölf konventionell wirtschaftenden Höfen aller Betriebszweige, vornehmlich aus der Region rund um das landwirtschaftliche Bildungszentrum, diskutierten angeregt und wissbegierig mit den ökologischen Berufskollegen sowie den anwesenden Marktpartnern. 

 

Vernetzen erwünscht

Einen intensiven Austausch untereinander wünschte Dr. Arne Dahlhoff in seiner Begrüßung. „Für diese sehr individuell zu treffende Entscheidung, ob man seinen Betrieb umstellen kann und möchte, sollte man sich mit allen möglichen Perspektiven beschäftigen. Der Zeitpunkt, sich mit dem Umstellungsgedanken zu befassen, ist jedenfalls gut, der Handel muss auf die wachsende Nachfrage nach Biolebensmitteln reagieren. Insofern sind neue Marktpotenziale vorhanden“, machte der Direktor der Landwirtschaftskammer NRW Mut und sprach dabei die Knappheit heimischer Rohstoffe an, die vor allem die tierischen Produkte Milch, Fleisch und Eier betreffe. Ein Pluspunkt für Betriebe in NRW sei die im Biobereich sehr gut ausgebaute Verarbeitungsbranche. „NRW hat nach Bayern die meisten biozertifizierten Verarbeitungsunternehmen“, so Dr. Dahlhoff. 

Annette Alpers, die die Teilnehmer im Namen der LVÖ begrüßte, unterstrich die Aufforderung ihres Vorredners, alle Perspektiven auf ihre realistische Umsetzbarkeit zu prüfen. „Gehen Sie zu den Marktpartnern und fragen Sie ab, was gebraucht und gesucht wird. Dann gibt es mehr realistische Chancen als Risiken für den ökologischen Landbau.“ 

 

Von der Umstellung überzeugt: Stimmen aus der Praxis

Um dazu Stimmen aus der Praxis zu hören, kamen drei Biolandwirte zu Wort, die über ihre Erfahrungen mit der Umstellung und mit der ökologischen Wirtschaftsweise berichteten. Unisono rieten sie den konventionellen Berufskolleginnen und -kollegen: „Niemand sollte seinen Betrieb umstellen, ohne einen langfristigen Vermarktungsvertrag zu haben. Das gilt umso mehr als Schweine- oder Rinderhalter. Wenn man aber sauber plant, gelingt die Umstellung. 

Jan Raude aus Hoetmar hat seinen Schweinemastbetrieb vor einigen Jahren auf Ökolandbau umgestellt und berichtet: „Seit der Umstellung macht mir die Landwirtschaft wieder richtig Spaß. Ich denke wieder viel mehr über das, was ich tue, nach und arbeite nicht nur routiniert und gedankenlos vor mich hin. Zwar ist die Biosauenhaltung sehr arbeitsintensiv, aber wenn ich die Ausläufe und Ställe frisch mit Stroh einstreue und sehe, wie sich die Tiere darüber freuen, einfach wühlen zu können, macht mich das sehr zufrieden und glücklich. Dieses Glücksgefühl kannte ich früher nicht.“ Ein umstellungsinteressierter Teilnehmer zeigte sich von der positiven Stimmung recht angetan: „Hier hat man gemerkt, wie sehr die Praktiker für ihren Biobetrieb brennen. Die wollen nichts Anderes! Das motiviert mich jetzt ungemein!“

 

Weitere Hintergründe auf oekolandbau.nrw.de

Auf der Webseite oekolandbau.nrw.de lesen Sie einen ausführlichen Bericht mit ähnlichen Statements dreier Biolandwirte, die auf dem Podium mit dem Publikum diskutierten, und lernen die Beweggründe einiger an der Umstellung interessierter Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen. Außerdem wurde die frisch überarbeitete Broschüre „Umstellen auf den ökologischen Land- und Gartenbau“ vorgestellt, die ab sofort zum Download bereitsteht. 

 

Quelle: oekolandbau.nrw.de