Wie sich nachhaltige und gesunde Ernährung konkret umsetzen lässt, stand im Mittelpunkt des 1. Münsteraner Küchengesprächs, zu dem die Stadt Münster im Namen ihrer Fachstelle Nachhaltigkeit und des Gesundheitsamtes, sowie die Öko-Modellregion Münsterland in das food lab der FH Münster eingeladen haben. Im Zentrum: die Vorbereitung der Aktionswoche „Münster is(s)t gut“, die vom 10. bis 15. November in Münster durchgeführt wird.
Regionale Bio-Zutaten auf dem Speiseplan
Fünf Großküchen in Münster setzen im Rahmen der Aktionswoche an mindestens einem Tag Gerichte um, deren Zutaten vermehrt aus regionalem, saisonalem und ökologischem Anbau stammen. Voraussichtlich über 1.000 Portionen werden in diesem Zeitraum ausgegeben. Ziel ist es, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken, Bio-Lebensmitteln aus der Region mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und mögliche Hürden beim Einsatz in der Großküche praktisch zu adressieren.
Flexibel kochen mit „Kein-Rezepten“
Die teilnehmenden Einrichtungen – darunter die Kantinen der LWL-Klinik, des HWK-Bildungszentrums, der LVM, der Stadtwerke Münster sowie des Stadthauses 3 – bereiten ihre Speisen nach sogenannten „Kein-Rezepten“ zu. Diese lassen bewusst Spielraum für betriebliche Gegebenheiten, definieren jedoch verfügbare Zutaten wie Mangold, Kartoffeln oder Hähnchenfleisch aus der Region. Als Partner konnte der Naturkosthandel Ökullus gewonnen werden, der einen Großteil der Produkte bündelt und dabei eng mit regional wirtschaftenden Bio-Betrieben zusammenarbeitet.
Studie zeigt Handlungsbedarf
Impulsgeber für die Aktion war unter anderem eine Konzeptstudie der Öko-Modellregionen NRW, die das große Potenzial, aber auch strukturelle Herausforderungen beim Einsatz regionaler Bio-Zutaten in Großküchen aufzeigt. Nur etwa ein Viertel der befragten Küchen aus NRW setzt bislang mehr als zehn Prozent Bio-Zutaten aus regionaler Herkunft ein.
Mehr Bio aus der Region – dauerhaft
Das Projekt „Münster is(s)t gut“ ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster und entstand in Kooperation mit der Biostadt Münster sowie dem Verbundprojekt Öko-Modellregion Münsterland unter Leitung des Münsterland e.V. Die Aktion versteht sich als Auftakt für weiterführende Maßnahmen. Nach Abschluss der Woche wird eine Auswertung vorgenommen – sowohl aus Perspektive der Küchenbetriebe als auch der Mittagsgäste. Ziel ist es, dauerhaft gesunde und klimafreundliche Mahlzeiten aus regional-ökologischer Landwirtschaft in der Gemeinschaftsverpflegung zu verankern.


